18 Nov. 2025

Volks­trau­er­tag in Gondelsheim: Schüler setzen starkes Zeichen für Frieden

Am Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege bei der evangelischen Kirche fand in Gondelsheim am Sonntag eine besonders eindrucksvolle Gedenkfeier zum Volkstrauertag statt. Bürgermeister Markus Rupp begrüßte zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie erstmals auch eine 15-köpfige Schülergruppe der Kraichgau-Gemeinschaftsschule Gondelsheim, die aktiv an der Gestaltung der Feier mitwirkte.

Rupp erinnerte in seiner Ansprache daran, dass der Volkstrauertag ein Tag des Erinnerns und Mahnens sei – ein Tag, an dem deutlich werde, wie zerbrechlich Frieden ist. Angesichts der aktuellen Krisen und Kriege in der Welt zeige sich, wie notwendig dieser Gedenktag nach wie vor sei. Familien würden auseinandergerissen, Kinder kennen oft nur Angst und Unsicherheit, Menschen litten oder sterben in kriegerischen Auseinandersetzungen. „Frieden ist niemals selbstverständlich“, betonte der Bürgermeister.

Ein zentraler Gedanke seiner Rede stammte von Albert Schweitzer: „Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.“ Wie anders die Welt aussehen könnte, wenn dieser Satz politische Entscheidungen bestimmen würde, führte Rupp weiter aus. Doch die Realität zeige leider ein anderes Bild.

Besonders dankbar zeigte sich der Bürgermeister über die Teilnahme von Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse, die im Rahmen eines Demokratie-Projekts an der Schule einen eigenen Beitrag zum Gedenken leisteten. Mit einem eindrucksvollen Poetry-Slam über Krieg, Frieden und die Verantwortung jedes Einzelnen setzten sie ein emotionales Zeichen für Menschlichkeit und gegen Gewalt. Am Ende ihres Vortrags entzündeten sie Kerzen mit zentralen Botschaften dieses Gedenktags. 

„Euer Engagement ist mehr als ein Beitrag – es ist ein Zeichen“, würdigte Rupp die Jugendlichen. Ein Zeichen dafür, dass Erinnerung lebendig bleibt, Verantwortung weitergegeben wird und Frieden nicht nur Sache der Älteren ist, sondern alle Generationen angeht. Gerade junge Menschen hätten sich die Welt, in die sie hineinwachsen, nicht ausgesucht. Umso wichtiger sei es, ihnen Raum zu geben, die Zukunft aktiv mitzugestalten.

„Möge uns dieser Tag Mut machen, Verantwortung zu übernehmen – für unsere Gemeinde, unsere Gesellschaft, unsere Welt und unsere gemeinsame Zukunft“, schloss Rupp seine Gedenkrede. 

Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier traditionell vom Musikverein „Harmonie“ und Gesangverein „Liederkranz“ sowie Fahnenabordnungen vom Turnverein, Schützenverein und Gesangverein.